Detail

Sicherung der Lieferketten für Bio-Kakao

Dieses Projekt unterstützt Kleinbauern, die Kakao anbauen, in Lateinamerika und Afrika dabei, sich an die neuen EU-Vorschriften für den Biolandbau und den Schutz der Wälder anzupassen, und entwickelt praktische Strategien für eine stabile und widerstandsfähige Versorgung mit Fairtrade-Bio-Kakao.

Was ist das Hauptziel des Projekts?

Das Projekt untersucht, inwiefern neue EU-Vorschriften zum Biolandbau und zur Entwaldung es Kleinbauern, die Kakao anbauen, erschweren, ihre Bio- und Fairtrade-Zertifizierung aufrechtzuerhalten. Viele Erzeugergruppen in Lateinamerika und Afrika haben mit den zusätzlichen Kosten und dem Verwaltungsaufwand zu kämpfen. Das Projekt untersucht diese Auswirkungen und entwickelt praktische Lösungen, um eine stabile Versorgung mit Fairtrade-Bio-Kakao für die Zukunft zu sichern.

Ort
Peru, die Dominikanische Republik, Ecuador und Sierra Leone
Dauer
2026
Durchgeführt von
FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau)
Projektpartner
Fairtrade International
Weitere Partner
CLAC, Fairtrade Africa
Budget
Gesamt: 90'200 CHF (SECO-Beitrag: 45'100 CHF)

Welche Schritte werden im Rahmen des Projekts unternommen?

Das Projekt vereint eine weltweite Umfrage unter Kakao-Erzeugerorganisationen, Experteninterviews und eingehende Länderstudien in Peru, der Dominikanischen Republik und Ecuador. Es analysiert Produktions- und Handelsdaten, berechnet die tatsächlichen Kosten für die Einhaltung der neuen EU-Vorschriften und ermittelt die grössten Hindernisse, mit denen Kleinbauern konfrontiert sind.

Die Ergebnisse werden in einem Bericht auf Englisch und Spanisch veröffentlicht, der praktische Empfehlungen für Produzenten, Einkäufer und politische Entscheidungsträger enthält.

Inwiefern wird das Projekt zur nachhaltigen Kakaoproduktion beitragen?

Indem das Projekt Kleinbauern, die Kakao anbauen, dabei unterstützt, mit den strengeren EU-Vorschriften für den Bio-Anbau und den Schutz vor Entwaldung Schritt zu halten, sichert es langfristig den Zugang zu Bio- und Fairtrade-Märkten. Dies fördert die lückenlose Rückverfolgbarkeit des Kakaos vom Bauernhof bis zur Schokoladentafel und verhindert, dass zertifizierte und nicht zertifizierte Bohnen vermischt werden.

Ausserdem werden dadurch faire und aktuelle Kostendaten generiert, die eine bessere Preisgestaltung für die Bauern sowie realistischere Beschaffungsentscheidungen der Schweizer Schokoladenhersteller ermöglichen.

Wo sehen Sie das grösste Potenzial für andere Akteure im Kakaosektor und darüber hinaus, von den Ergebnissen dieses Projekts zu lernen?

Der Ansatz des Projekts lässt sich weit über den Kakao hinaus anwenden. Die im Rahmen des Projekts entwickelten Erhebungsinstrumente und Kostenanalysemethoden sind auch für andere ökologisch angebaute Kulturen relevant, die von Kleinbauern angebaut werden, insbesondere für Kaffee, der ähnlichen regulatorischen Anforderungen unterliegt.

Die gewonnenen Erkenntnisse können zudem in die politischen Diskussionen der EU zur Vereinfachung der Bio-Vorschriften einfliessen und Schweizer Schokoladenherstellern, die mit ähnlichen Beschaffungsrisiken konfrontiert sind, ein klareres Bild davon vermitteln, wie sie sich eine nachhaltige Versorgung mit Bio-Kakao sichern können.


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