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Digitaler Marktzugang und Reinvestitionen in die Agroforstwirtschaft für Kakao-Genossenschaften

Im Rahmen dieses Projekts werden ein digitaler Marktplatz und eine Rückverfolgbarkeitsplattform für unabhängige Kakao-Genossenschaften in Uganda aufgebaut, die den Direkthandel ermöglichen, die Einhaltung der Anforderungen der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) sowie der Sorgfaltspflichten in den Bereichen Menschenrechte und Umweltschutz (HREDD) unterstützen und die Reinvestition von Handelsmargen in die Agroforstwirtschaft fördern, um degradierte Flächen wiederherzustellen und klimaresiliente Kakao-Lieferketten aufzubauen.

Was ist das Hauptziel des Projekts?

Das Projekt zielt darauf ab, SusChain von einem Instrument zur Rückverfolgbarkeit in einen digitalen Marktplatz und eine Lieferkettenplattform für unabhängige Kakao-Genossenschaften in Bundibugyo, Uganda, zu verwandeln. Es ermöglicht den direkten Handel, die EUDR-/HREDD-konforme Datenerfassung und den Marktzugang für drei Bauerngenossenschaften, während die Handelsmargen in eine widerstandsfähige, auf Agroforstwirtschaft basierende Kakaoproduktion reinvestiert werden.

Ort
Uganda
Dauer
2026-2027
Anzahl Begünstigte
etwa 2000 Kakao-Bauernfamilien
Durchgeführt von
SCHÖKI AG, Chocolat Bernrain AG, SusChain GmbH
Projektpartner
Drei lokale Pilotgenossenschaften (Bundibugyo, Uganda)
Budget
Total: 277'250 CHF; (SECO-Beitrag: 100'350 CHF)

Inwiefern wird das Projekt zu einer nachhaltigen Kakaoproduktion beitragen?

Kakao wird in Bundibugyo ohne den Einsatz synthetischer Hilfsstoffe angebaut, doch aufgrund des Grosshandelsverkaufs über Zwischenhändler kommen den Erzeugern nur selten Qualitäts- oder Fairtrade-Prämien zugute.

Durch die Digitalisierung von Einkaufs-, Parzellen-, Qualitäts- und Compliance-Daten ermöglicht das Projekt einen direkten, transparenten Handel und leitet einen Teil der Margen in einen Reinvestitionsfonds für Agroforstwirtschaft weiter, aus dem an drei Pilotstandorten Schattenbäume, die Renaturierung von Flächen und klimaresistente Anbaumethoden finanziert werden.

Welche Schritte werden im Rahmen des Projekts unternommen?

Die Umsetzung erfolgt schrittweise: Einbindung von zwei weiteren Partnergenossenschaften in SusChain (eine Pilotgenossenschaft ist bereits aktiv); digitale Einbindung von 1.000 weiteren Erzeugern (insgesamt ca. 2.000); Stärkung der Zertifizierung und Compliance in einer weiteren Genossenschaft; Einrichtung von zwei weiteren Pilotstandorten für Agroforstwirtschaft; Unterstützung von 200 Erzeugern mit Schattenbäumen, Setzlingen und Schulungen; sowie Weiterentwicklung der Funktionen von SusChain in den Bereichen Marktplatz, Rückverfolgbarkeit und Exportdaten.

Was ist das Innovative an diesem Projekt?

SusChain entwickelt sich von einem Instrument zur Rückverfolgbarkeit zu einer integrierten Infrastruktur aus Marktplatz, Lieferkette und Reinvestitionsmechanismus, die für Genossenschaften kostenlos ist und gleichzeitig die vollständige Datenhoheit gewährleistet.

Die zentrale Innovation ist das Reinvestitionsmodell: Anstatt auf freiwillige Finanzmittel angewiesen zu sein, werden Agroforstwirtschaftsinvestitionen schrittweise durch reale Handelsströme finanziert, insbesondere durch eine in die Handelsspanne eingebaute SusChain-Prämie, wodurch ein marktbasierter Mechanismus zur Wiederherstellung degradierter Flächen geschaffen wird.

Inwiefern trägt das Projekt zur Verbesserung der (wirtschaftlichen) Lage von Mädchen und Frauen bei?

Die Gleichstellung der Geschlechter ist eine Priorität bei der praktischen Umsetzung: Das Projekt fördert eine ausgewogene Beteiligung von Frauen im lokalen Team und in den Partnergenossenschaften, wobei der Schwerpunkt auf der Einbindung von Frauen und jungen Fachkräften liegt. Es verbessert den Zugang von Produzentinnen zu Schulungen, Daten, Zertifizierungen und Marktinformationen, stärkt damit ihre Rolle in der Wertschöpfungskette und führt ein digitales Beschwerdesystem für ein inklusiveres Feedback ein.

Wie wird die Skalierbarkeit der in der Kakao-Wertschöpfungskette umgesetzten nachhaltigen Innovationen sichergestellt?

Das Modell ist modular und reproduzierbar konzipiert: Die auf Genossenschaften ausgerichtete Softwareplattform, die Compliance- und Überwachungsmodule sowie der Agroforstfonds lassen sich an andere Genossenschaften, Regionen und Rohstoffe wie beispielsweise Kaffee anpassen.

Mit steigendem Handelsvolumen können zusätzliche Ressourcen, die durch Skaleneffekte generiert werden, reinvestiert werden, um weitere Bereiche entlang der Lieferkette zu finanzieren, die für die Resilienz von Bedeutung sind.


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