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Innovatives Fermentationsverfahren zur Steigerung des Einkommens von Kakaobauern

Die ZHAW und COOKO entwickeln und validieren wissenschaftlich ein innovatives Kakao-Fermentationssystem in Kamerun. Das Projekt verbindet Forschung und digitale Rückverfolgbarkeit, um die Kakaoqualität zu verbessern, die Einkommen der Bauern zu steigern, die Nachhaltigkeit zu stärken und eine skalierbare, vorschriftsmässige Kakaoproduktion zu ermöglichen.

Was ist das Hauptziel des Projekts?

Das Projekt zielt darauf ab, die Lebensgrundlagen der Kakaobauern zu verbessern, indem ein innovatives Fermentationssystem für die Zeit nach der Ernte validiert und optimiert wird, das eine höhere Kakaoqualität und lückenlose Rückverfolgbarkeit gewährleistet und das Gesamteinkommen der Bauern durch PES-Prämien, tiefere Kosten nach der Ernte und einen höheren Ertrag an verwertbaren Bohnen steigert.

Es befasst sich mit den grossen Herausforderungen, denen sich der Kakaosektor gegenübersieht, darunter tiefe Einkommen der Bauern, schwankende Bohnenqualität, eingeschränkte Rückverfolgbarkeit sowie steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Sorgfaltspflicht. Durch die Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse über den Fermentationsprozess wird das Projekt den grossflächigen Einsatz eines Systems unterstützen, das die Kakaoproduktion effizienter, transparenter und für die Bauern wirtschaftlich attraktiver macht.

Ort
Kamerun
Dauer
2026-2028
Anzahl Begünstigte
400 Bauernfamilien
Durchgeführt von
ZHAW, COOKO
Projektpartner
Hershey’s
Budget
Total: 227,852 CHF (Beitrag SECO: 152,000 CHF)

Wie das Projekt zu einer nachhaltigen Kakaoproduktion beiträgt

Das Projekt trägt durch die Umgestaltung der Nachernteverarbeitung zu einer nachhaltigeren Kakao-Wertschöpfungskette bei. Das zentralisierte Fermentationssystem von COOKO verbessert die Kakaoqualität, reduziert Nachernteverluste, ermöglicht eine lückenlose Rückverfolgbarkeit vom Bauernhof bis zur Verarbeitungsanlage und unterstützt die Einhaltung internationaler Vorschriften wie der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR).

Hochwertigerer Kakao und eine effizientere Verarbeitung steigern das Gesamteinkommen der Bauern durch eine Kombination aus PES-Prämien, tieferen Arbeits- und Produktionskosten sowie einem höheren Ertrag an verwertbaren Kakaobohnen. Das Projekt fördert zudem eine verantwortungsvolle Landnutzung, indem es den auf bestehenden Kakaoplantagen erwirtschafteten Wert steigert.

Die Initiative unterstützt direkt die SWISSCO-Roadmap 2030, indem sie zu höheren Einkommen der Bauern, verbesserter Rückverfolgbarkeit, nachhaltigen Produktionspraktiken, Klimaschutzmassnahmen und einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, dem Privatsektor und Kakaoproduzenten beiträgt.

Welche Schritte werden während des Projekts unternommen?

Das Projekt folgt einem strukturierten Forschungs- und Umsetzungsansatz. Es beginnt mit einer Analyse des bestehenden COOKO-Fermentationssystems und der Entwicklung eines Versuchsplans. Darauf aufbauend bewertet das Projekt die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen auf die Bauern, unter Berücksichtigung von Einkommen, Arbeitsaufwand, Arbeitsverteilung und Zufriedenheit, und untersucht, wie der Fermentationsprozess durch funktionelle Mikrobenkulturen optimiert und skaliert werden kann.

Diese Erkenntnisse werden anschliessend in Feldfermentationsversuchen an der COOKO-Anlage in Kamerun getestet, wo der gewonnene Kakao auf seine mikrobiologische, chemische, physikalische und sensorische Qualität untersucht wird. Schliesslich werden die wissenschaftlichen Ergebnisse und Empfehlungen weitergegeben, um die breitere Einführung der Technologie zu unterstützen.

Was das Projekt innovativ macht

Das Projekt führt ein patentiertes, luftdichtes anaerobes Fermentationsverfahren ein, das die Art und Weise, wie Kakao nach der Ernte fermentiert wird, grundlegend verändert. Anstelle der traditionellen Fermentierung auf dem Bauernhof wird der Kakao in versiegelten, IoT-fähigen Behältern gesammelt, die die Qualität bewahren und gleichzeitig Rückverfolgbarkeitsdaten ab dem Zeitpunkt des Öffnens der Schoten erfassen.

In Kombination mit zentralisierter Fermentierung, Geolokalisierungs-Tracking, digitaler Rückverfolgbarkeit und wissenschaftlicher Prozessoptimierung entsteht so eine skalierbare Lösung, die eine gleichmässigere Kakaoqualität gewährleistet, Kontaminationsrisiken verringert, die Verarbeitungskosten senkt und den Produzenten hilft, die wachsenden Nachhaltigkeitsanforderungen zu erfüllen. Die Partnerschaft mit der ZHAW liefert die wissenschaftliche Validierung, die zur Standardisierung und Skalierung dieser Innovation erforderlich ist.

Wie das Projekt zur Verbesserung der (wirtschaftlichen) Situation von Mädchen und Frauen beiträgt

Das Projekt verringert den Arbeitsaufwand, der traditionell mit der Fermentierung und Trocknung von Kakao verbunden ist – Aufgaben, die häufig von Frauen übernommen werden. Durch die Zentralisierung dieser Nachernteaktivitäten verbringen die Frauen weniger Zeit mit körperlich anstrengender Arbeit und können sich stärker anderen wirtschaftlichen oder häuslichen Tätigkeiten widmen.

Prämien im Rahmen von Zahlungen für Ökosystemdienstleistungen (PES), tiefere Kosten nach der Ernte und ein höherer Ertrag an verwertbaren Kakaobohnen steigern das Haushaltseinkommen, während digitale Zahlungssysteme eine bessere finanzielle Inklusion und Transparenz fördern. Das Projekt fördert zudem die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Weiterbildungsmassnahmen und unterstützt den fairen Zugang zu wirtschaftlichen Chancen entlang der gesamten Kakao-Wertschöpfungskette.

Wie das Projekt die Skalierbarkeit der nachhaltigen Innovationen in der Kakaowertschöpfungskette sicherstellt

Das Projekt ist auf Skalierbarkeit ausgelegt und basiert auf einem standardisierten und wissenschaftlich validierten Fermentationsverfahren, das in allen Kakaoanbaugebieten repliziert werden kann. In Kombination mit digitaler Rückverfolgbarkeit, zentralisierter Verarbeitung und starken Partnerschaften ermöglicht das Modell eine breitere Einführung und trägt gleichzeitig zur Verbesserung der Qualität, der Einkommen der Bauern und der Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards bei.


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